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FIT FOR FUTURE für das OÖ Stromnetz – Erdkabel trotzen Wind und Wetter

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Gerne wird das 110-kV-Hochspannungsnetz durch die OÖ Netzbetreiber als das Rückgrat der Stromversorgung bezeichnet, welchem die Naturereignisse vermeintlich nichts anhaben können. Die aktuellen Ereignisse in Osttirol, Kärnten und Südtirol zeigen allerdings ein völlig anderes Bild. In Mallnitz ist am Freitag 15.11.2019 der Mast einer 110-kV-Freileitung aufgrund des Sturmes eingeknickt, sodass 4.000 Haushalte ohne Strom waren. In Osttirol sind ebenfalls am selben Tag Masten der 110-kV Freileitung zwischen Lienz und Silian umgeknickt, wodurch 24.000 Haushalte ohne Strom waren. In diesem Zusammenhang kam es auch zu Überspannungen im Hochspannungsnetz wodurch zahlreiche Umspannwerke beschädigt wurden. Erst nach deren Reparatur war der schrittweise Aufbau der Stromversorgung wieder möglich, jedoch konnte die Freileitung im Abschnitt zwischen Amlach und Silian aufgrund von zerstörten 110-kV-Gittermasten bis dato noch nicht wieder hergestellt werden. In Südtirol ist bei Mauls am Sonntag 17.11.2019 eine Hochspannungsleitung auf die Brennerautobahn, die Eisenbahngleise sowie die Landesstraße gestürzt, sodass 12.500 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten wurden. Bereits vor etwas mehr als einem Jahr drohte hier ein Hochspannungsmast umzustürzen, da das Mastfundament unterspült worden war. Der Masten hatte sich hier bereits in gefährlicher Schräglage befunden, sodass die Brennerautobahn bis zur Sicherung des Mastes vollständig gesperrt werden musste. Ein Jahr später hat das Fundament eines Hochspannungsmastes sodann nicht mehr standhalten können.

Unbeirrt von den Ereignissen hält die Netz OÖ GmbH an der Planung der 110-kV-Freileitung im Mühlviertel fest.
Die Grundeigentümer der Gemeindegebiete von Rohrbach bis Vorderweißenbach wurden bereits in den letzten Wochen über den Planungsstand informiert. Am Montag 18.11.2019 wurden die Grundeigentümer der Ortschaft Dietrichschlag (Gemeinde Bad Leonfelden) über die geplanten Maststandorte bzw. dem Leitungsverlauf unterrichtet. Die betroffenen Liegenschaftseigentümer haben bereits am Eingang des Veranstaltungsraumes Kund getan (siehe Foto), dass sich diese mehrheitlich gegen die geplante Freileitung nahe an Wohngebieten und quer durch eines der größten Waldgebiete der Region – dem Brunnwald – aussprechen. Es zeigt sich hier einmal mehr, dass der Klimaschutz beim Bau von Strom-Hochspannungsleitungen keine ausreichende Rolle spielt und die beanspruchten Waldflächen dauerhaft als CO2 Speicher verloren gehen.

 

Markus Achleitner als „Wirtschafts- und Raumordnungs-Landesrat“ hat in Zusammenhang mit der OÖ. Raumordnungsgesetz-Novelle festgehalten, dass die Nutzung unseres Lebensraumes im Interesse der Allgemeinheit vorausschauend geplant und gestaltet werden soll, wobei hier der Schutz der natürlichen Umwelt als unsere Lebensgrundlage und die Reduzierung des Flächenverbrauches im Vordergrund stehen muss. Auf die angekündigte vorrangige Absicherung der land(forst)wirtschaftlich genutzten Böden in Oberösterreich, werden die von der Hochspannungs-Freileitung betroffenen Grundeigentümer aber vermutlich vergeblich warten.

Die Bürgerinitiative IG Landschaftsschutz Mühlviertel stellt erneut die Forderung an die politischen Vertreter im Land die Rahmenbedingungen für einen umweltverträglichen Ausbau der Stromnetze mit Erdkabel unter Nutzung von bestehenden Infrastrukturtrassen zu schaffen. Nur dann kann der neue Leitspruch des Landes Wirklichkeit werden.

 

„Alle Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher sollen bestmögliche Lebensqualität, aber auch die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben – unabhängig davon, wo sie zu Hause sind.“

 

Zum Fotowettbewerb

Petition „Ja Zu Erdkabeln – Nein Zu Umweltbelastenden Hochspannungsmasten“ unterschreiben

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