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Und täglich grüßt das Murmeltier

… oder wie die geringe Netz-Einspeisemöglichkeit argumentiert wird

Kaum ein Tag vergeht, an dem wir von den Energieversorgern nicht mit der „leider nicht“ Einspeisemöglichkeit ins Netz für private Photovoltaikanlagen hören. Eben, so sagt man uns, weil der Netzausbau nicht vorangeht. Tagaus, tagein, in einer „Zeitschleife“ wie Phil Connors als Wetteransager im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Übrigens, dieser wird als arrogant, egozentrisch und zynisch apostrophiert.

Für das Monopolgebiet der Energie AG kann man sich die möglichen Einspeisekapazitäten ansehen, wenn man sich unter netto.netzooe.at registriert. 

Zwei Rubriken sind da von Interesse.

Rubrik 1: Verfügbare Netzkapazität in Umspannwerken für Einspeiser

Ersichtlich für unsere Region sind drei Umspannwerke: Rohrbach, Partenstein und Feldkirchen.

Wenn man seinen Standort eingibt, kann man ersehen, in welcher Entfernung diese Umspannwerke sich befinden und wie hoch die freie Einspeisekapazität ist.

Partenstein und Feldkirchen sind erst zu rund 40% ausgelastet, Rohrbach zu 100%. Für Rohrbach gilt es zu berücksichtigen, dass hier der Windpark am Sternstein einspeist. Offenbar wird angenommen, dass dieser immer zu 100% Energie liefert. Bei sehr starkem Wind mag das der Fall sein, nur scheint dann meist kaum die Sonne, sodass einspeisende PV-Anlagen kaum Energie liefern würden. Umgekehrt, wenn die Sonne sehr gute Ergebnisse für PV-Anlagen liefert, wird wohl kaum gleichzeitig heftiger Wind wehen.

Also, mit etwas gutem Willen und intelligenter Lastflussverteilung könnte man das womöglich so regeln, dass sowohl der Windpark als auch die privaten PV-Anlagen einspeisen könnten.

Rubrik 2: Karte für erneuerbare Energiegemeinschaft

Alle jeweils gleich eingefärbten Anschlussobjekte werden aus der gleichen Trafostation versorgt und kommen somit für eine LOKALE Energiegemeinschaft in Frage. Nur sind diese Trafostationen, so sagen es lokale Elektromeister, meist zu schwach, um zusätzliche Kapazitäten aufzunehmen und weiterzuleiten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass offensichtlich nicht die 110kV-Leitung für zusätzliche Einspeiselast fehlt. (Umspannwerk Partenstein und Feldkirchen haben noch enorme freie Kapazität, Rohrbach hätte mit „guter“ Steuerung sicherlich auch genügend Reserven.)

Unsere Experten sagen, die Probleme bei der Einspeisung ins Netz sind ganz offensichtlich die teilweise maroden und schon längst zu erneuernden Trafostationen. Ganz sicher aber nicht die Leitungen, sei es bestehende oder auch die neu geplante 110kV-Leitung.

Rudolf Niederwimmer, Interessengemeinschaft Landschaftsschutz Mühlviertel

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