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Das gelöschte Netz, die „heilige Kuh“?

Unser Stromnetz basiert noch immer stark auf Freileitungen. Ein Freileitungsseil ist nicht isoliert! Durch die blanken Drähte entsteht die Möglichkeit, dass durch Blitze, Äste, schlechte Isolatoren, Nebel, Smog, ionisierte Luft, Schnee, Eis, Regen eine kurzzeitige Verbindung zur Erde entsteht. Der Lichtbogen (jeder kennt ihn vom Schweißen), der dann brennt, kann sogar lange brennen, wenn er immer versorgt wird. Die richtige Reaktion: Leitung abschalten! Der Lichtbogen verlöscht!
ABER: Die Versorgung der Verbraucher ist unterbrochen!

Damit man in einem solchen Fall die Leitung eingeschaltet lassen kann, hat sich Hr. Petersen bereits 1917 mit der Löschspule im Trafosternpunkt eine wirklich patente Lösung einfallen lassen. Durch diese Maßnahme wird ein Versorgungsnetz quasi wie ein isoliertes (Erklärung unten) Netz. Entsteht in einem isolierten Netz mit blanken Leitern ein einpoliger Fehler (Verbindung zur Erde), so fließt wenig Strom und der Lichtbogen verlöscht von selbst, weil er nicht mehr „gefüttert“ wird. Der Fehler heilt von selbst, der Schaden für Material und Mensch ist nicht(kaum) gegeben.
UND: Die Versorgung einer ganzen Region bleibt aufrecht! Einfach toll!

Das Video „Brennender Strommast“ veranschaulicht so einen einpoligen Fehler

HIER GEHT’S ZUM VIDEO

Warum sollten wir die „heilige Kuh“ trotzdem schlachten?

Denken wir doch darüber nach!
Wenn die Leitung kein blanker Draht ist, sondern ein isoliertes Kabel, das in der Erde oder besser in einem Schutzrohr liegt, gibt es dann überhaupt noch die Fehler, für die wir das gelöschte Netz brauchen? Die klare Antwort lautet: NEIN! Der einpolige Fehler tritt ja gar nicht mehr auf!

Warum also nicht über ein neu- bzw. andersartiges Schutzsystem nachdenken?

So wie zur Freileitung das gelöschte Netz passt, so wichtig wäre eine zeitgemäße Anpassung des Schutzsystems, wobei es auch denkbar ist, dass alt und neu während einer Übergangszeit nebeneinander existieren.

Was ist ein isoliertes Netz?

Wir alle kennen die Situation: Wenn Papa zu Hause beim Basteln einen blanken Draht, der unter Spannung steht berührt, dann schützt ihn der FI–Schalter. Er schaltet konsequent die Stromversorgung aus. Auch wenn gerade wieder ein spannendes Elferschießen zwischen Chelsea und Liverpool stattfindet. Das ist …!

Jeder weiß aber auch:
Einem Vogel, der sich auf die blanke Hochspannungsleitung setzt, passiert gar nichts. Er hat ja keine Verbindung zur Erde! Über ihn kann kein Strom zur Erde fließen, weil ihn die Luft als Isolator schützt! Niemand muss deswegen eine Leitung abschalten. Wenn die Leitung ein isoliertes Erdkabel wäre, hätte gar kein Lebewesen ein Problem.

Mutige Elektriker kennen aber auch folgendes Phänomen: Wenn man auf einem trockenen Holzboden steht und vielleicht auch noch gut isolierende Kunststoffsohlen an den Schuhen hat, kann man mit einer Hand problemlos einen blanken Draht, der unter Spannung steht, angreifen und es passiert nichts. Der Strom, der dann durch den Menschen fließt, ist so klein, dass er gar nichts spürt!
Der FI–Schutzschalter schaltet nicht ab. Er muss es auch nicht. Die Versorgung des Fernsehers kann bleiben. Niemandem wird der Strom abgedreht.

Dieses System funktioniert auch in der Industrie bei der Produktion von heiklen Produkten.

Dipl. Ing. Gottfried Preuer

 

Betroffene Anrainer bei der Präsentation der Machbarkeitsstudie für eine Erdkabellösung im Mühlviertel (Foto: Manfred Voit)

 

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