Allgemein

Ein Gefühl schwer zu beschreiben…..

…von Entschlossenheit, Ärger, Aktionismus und Hoffnung

In einem Liedertext der bekannten Punkband „Die Ärzte“ gibt es einen sehr aussagekräftigen Refrain:

„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist –
es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt!“

Als mein Lebensgefährte und ich das erste Mal von der Planung einer 110-kV Freileitung in unmittelbarer Nähe zu unserem neuen Eigenheim hörten, empfanden wir zuerst Wut und Panik. Nach Betrachten von fast beängstigenden Bildern von 30 Meter hohen Masten im Internet und intensiver Recherche zum Thema Gesundheitsrisiken lagen die Nerven dann bei uns blank. Verständnislosigkeit machte sich breit und die Frage drängte sich auf, warum einige wenige über unsere Köpfe hinweg entscheiden können. Alles einfach so hinzunehmen und zu argumentieren „wir brauchen ja den Strom“, wiederstrebte uns – und tut es aktuell umso mehr. Natürlich brauchen wir den Strom, das steht außer Frage – aber warum veraltete Technologien, die unsere Lebensqualität deutlich mindern würden, nutzen? Wenn eine Freileitung keinerlei gesundheitlichen Risiken haben soll, warum dementieren dann gewisse Landes-Koordinatoren auf die Frage, ob sie selbst in der Nähe einer 110-kV Freileitung leben möchten, mit der Antwort „Nein, aber das steht hier nicht zur Debatte!“?

achtung hochspannung - lebensgefahr - ahorn - gegen 110-Kv Freileitung für erdkabel

 

„Denkt an Übermorgen“, aber nicht mit einer 110-kV Freileitung

Nur gut, wenn es mich nicht trifft!“ – auf die Kosten anderer kann man es ja machen. Egoismus ist eine Eigenschaft, die unsere Gesellschaft nicht unbedingt auszeichnet. Natürlich kann man sich als Nicht-Betroffener denken, was kümmert es mich, was in meiner Nachbargemeinde passiert – oder was interessiert es mich, ob eine 30 km lange Trasse von Freistadt bis nach Rohrbach Natur, Mensch und Tier im 200 Meter Korridor beeinträchtigt? Hauptsache, an meiner persönlichen Komfortzone wird nicht gekratzt! Schade, wenn man so denkt – und es stimmt mich wirklich traurig, wenn solche Aussagen getroffen werden. Alleine die Vorstellung, dass große Waldgebiete und Naturräume ohne Rücksicht auf Verluste ramponiert werden, grünbemalte Metallmasten mit breiten Kabelaufhängungen das Landschaftsbild auf Dauer verunstalten sollen, verursacht bei mir Gänsehaut. „Wir denken an morgen“ – ein Werbeslogan eines namhaften Netzwerkbetreibers. Mhhh, tun sie das wirklich mit einer Freileitung? Viele Unterstützer der IG Landschaftsschutz Mühlviertel sind der Meinung, mit einem Erdkabel würde man einen wichtigen Schritt weiter gehen und endlich auch an „übermorgen denken“!

sonnenuntergang bramreither ahorn

Eine Erstbewertung der Korridore durchzuführen und im Zuge dessen Menschen entlang bestimmter Trassen als „mäßig“ zu bezeichnen, schmerzt und ist keine Beispiel für ein wertschätzendes Miteinander. Wertschätzung bedeutet für mich auch einen Dialog zu führen. Ja gut…..ein eigenes „Trassenauswahlverfahren“ gibt es zwar, bei dem Arbeitsgruppen aus den jeweiligen betroffenen Orten miteinbezogen werden. Aber die bloße Zulassung zu „Regionskonferenzen“ und die Anwesenheit bei einer „Beweihräucherung“ der angeblichen Vorteile einer Freileitung verstehen wir nicht als Dialog. Die Tatsache, dass ein Erdkabel nur für die Stadt vorgesehen sein soll, ist für uns ebenfalls unverständlich – ein Punkt, der eine extreme Benachteiligung des ländlichen Raums aufzeigt.

klee wiese bramreither ahorn

 

Sanfter Tourismus in Gefahr

Das Mühlviertel ist eine wertvolle Naherholungszone mit vielen Naturschauplätzen und Bräuchen, die zahlreiche Gäste aus den Ballungsräumen anzieht. Für uns Einheimische ist die Region nicht nur das eigene Zuhause, sondern auch Entspannungsort direkt vor der Haustür. Den sanften Tourismus als Aushängeschild für das Mühlviertel hochzuhalten und das landeskulturelle Erbe zu bewahren, muss uns am Herzen liegen. Eine Freileitung würde unsere vorhandenen Natur- und Kulturschätze definitiv schwerstens beeinträchtigen und das auf Generationen hinaus.

kapelle bramreither ahorn

Der Mühlviertel Tourismus hat ebenfalls sehr treffende Schlagwörter wie „Gedankenweites Mühlviertel“ oder „entdecke neue Perspektiven“. Ich denke es ist an der Zeit, in Sachen Strominfrastruktur umzudenken und neue, innovative Wege zu beschreiten. Denn die nächsten Generationen haben auch ein Recht auf ein lebenswertes „Dahoam“ verdient.

Wo wir wieder beim Anfangszitat der Punktband „Die Ärzte“ gelandet wären.

Es ist wichtig, gemeinsam Haltung zu zeigen und den Blick in die richtige Richtung zu schwenken. Nicht abzuwarten und zu glauben, „die anderen“ werden es schon richten.

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Herzliche Grüße

Simone Lengauer aus Ahorn

 

 

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