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Faktencheck: Uralttechnik oder doch internationaler Standard?

Faktencheck: Uralttechnik oder doch internationaler Standard?

So überschreibt Wolfgang Denk, seines Zeichens Pressesprecher der Energie AG, einen Beitrag auf der Homepage seines Arbeitgebers. Sein kleines Bildchen auf der Seite zeigt ihn persönlich in „Denkerposition“.

Worin liegt der Widerspruch zwischen „Uralttechnik“ und „internationalem Standard“? Hier klammert sich Herr Denk an die Tatsache, dass auch andere Länder noch viele Freileitungen haben. Ob diese Länder aber noch so weiterbauen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Er dürfte „übersehen“ haben, dass rund um Österreich herum – aber auch im Land – zunehmend Hoch- und Höchstspannungstrassen als Erdkabel errichtet werden.

Das Problem der Energie AG liegt freilich tatsächlich auf der Ebene von Uralttechnik: nämlich in der Technik der Erdschlusskompensation. Hier wurde vor vielen Jahren eine Entscheidung getroffen, deren fehlende Zukunftsfähigkeit man sich bis heute nicht eingestehen will – und zwar wider besseres Wissen:

Hätte man, wie sogar vom früheren Haus- und Hof-Gutachter von Energie AG und Land Oberösterreich, Lothar Fickert, vor längerem angeregt, zeitgerecht Schritt für Schritt auf eine modernere „niederohmige Sternpunkterdung“ umgestellt, wäre das ungleich zukunftsfähiger.

Freilich: Man hätte eben Schritt für Schritt in die Grundlage einer moderneren Netzinfrastruktur investieren müssen – zum Beispiel jenes Geld, das die Landesregierung halt lieber in Form von „Sonderdividenden“ in das oö. Landesbudget ab- und aufsaugt.

So werkelt die Energie AG (Netz OÖ) bisher noch immer mit ihrer Uralttechnik „gelöschtes Netz“ weiter vor sich hin. Diese erlaubt übrigens nur eine begrenzte Anzahl von Erdkabel-Kilometern pro sogenanntem „Löschbezirk“; und diese Erdkabel-Kilometer werden bisher selbstverständlich (!) für die Städte reserviert. Pech für ländliche Planungsregionen? Oder doch viel eher schweres Planungsversagen der federführenden Verantwortlichen?

Nun wollen Netz OÖ und Linz Netz seit Jahren im Mühlviertel 110 kV-Freileitungsprojekte argumentieren, die – anhand der Uralttechnik „gelöschtes Netz“ als angeblich „bessere“ Lösung geframed, nur garantiert wieder zu Stromausfällen führen werden. Das Klima ändert sich rasant, Stürme (aber auch Trockenperioden mit extremem Waldbrandrisiko und Extremniederschlagsereignisse) werden mehr und mehr. Energie AG und Linz AG, wurde das eigentlich schon wahrgenommen? Eine ernsthafte Verbesserung der Versorgungssicherheit ist nur mit verstärktem Bau innovativer Erdkabellösungen machbar, und zwar auch im ländlichen Raum. Siehe die Situation in den Städten!

Wir denken an morgen!“ lautet das Unternehmensmotto der Energie AG. Man muss dazu klar sagen: Ja, leider! Das ist ja das Problem! Ihr denkt nur an den nächsten Wochentag – und das ist eben zu kurz gedacht!

Herr Denk: Tun Sie sich und der Energie AG etwas Gutes – denken Sie endlich weiter als nur „an morgen“!

Kommentar von Rudolf Niederwimmer, engagiert im Einsatz für das Erdkabel im Mühlviertel

 

Jetzt der Petition für Erdkabel zustimmen!

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