Die tschechische Behörde für radioaktive Abfälle (SÚRAO) untersucht eine mögliche Endlagerstelle bei Olešník, rund 50 – 60 km an unserer Grenze. Das wäre einer der bevorzugten Standorte, da für den Transport des gefährlichen Atommülls nur ca. 10 km vom AKW zur Endlagerstätte zurückgelegt werden müssten.
https://www.nachrichten.at/politik/aussenpolitik/atommuell-lager-tschechien-startet-probebohrungen;art391,4177565
Obwohl eine direkte, großflächige Grundwasserströmung nach Österreich physikalisch und geografisch durch die kontinentale Wasserscheide ausgeschlossen ist, fordern österreichische Geologen und die oberösterreichische Landesregierung (LR Kaineder) lückenlose grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfungen.
https://www.land-oberoesterreich.gv.at/246895.htm
Die Sorgen betreffen primär:
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Unbekannte Tiefenklüfte: Das Tiefenlager soll hunderte Meter tief im Granitgestein entstehen. Unbekannte, tiefe Bruchlinien im Gestein müssen extrem präzise untersucht werden, um unvorhergesehene vertikale oder horizontale Wasserbewegungen über Jahrtausende hinweg auszuschließen.
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Atmosphärische Belastung: Im Falle eines hypothetischen schweren Unfalls oder Lecks im oberirdischen Betrieb könnten radioaktive Stoffe über die Luft oder den Transportweg transportiert werden.
Eine massive Beeinträchtigung des regionalen Grundwassers lässt sich aus Sicht von Bürgerinitiativen bei derartigen Großprojekten auf lange Sicht nie gänzlich ausschließen. Für das Mühlviertel als Region mit intensiver Tierhaltung steht dabei viel auf dem Spiel: Sollten sensible Ressourcen kontaminiert werden, könnten landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Milch und Fleisch massiv an Wert verlieren oder unverkäuflich werden.
Kann es sein, dass die geplante Stromtrasse langfristig als Import- oder Transferleitung genutzt wird, etwa in Richtung des geplanten Pumpspeichers Riedl der VERBUND AG in Bayern? Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf die Diskussionen im Rahmen des UVP-Verfahrens, bei dem von Sachverständigen auch die potenziellen Verknüpfungen der Netzinfrastrukturen thematisiert wurden.
Störfälle im AKW-Bereich
In Summe gab es im AKW Temelín seit dem Start im Jahr 2000 schätzungsweise zwischen 700 und 1.300 registrierte Ereignisse, wovon die absolute Mehrheit harmlose Betriebsstörungen waren, die sich wie folgt aufteilen:
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INES 0 (Sicherheitstechnisch bedeutungslose Abweichungen): Ca. 650 bis 1.170 Ereignisse. Bei 25 bis 45 Abweichungen pro Jahr summiert sich dies über die 26 Betriebsjahre auf diese Spanne.
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INES 1 (Geringfügige Anomalien / Störungen): Ca. 30 bis 100 Ereignisse. Bei durchschnittlich 1 bis 4 Meldungen pro Jahr (bis zum Jahr 2007 waren es beispielsweise exakt 20 verzeichnete INES-1-Fälle).
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INES 2 und höher (Echte Störfälle / Unfälle): Exakt 0.
https://wua-wien.at/atomschutz/atomkraftwerke-in-europa/1562-kkw-temelin?showall=1
Je mehr Strom wir aber aus Temelin beziehen, umso mehr könnten sich die Gefahren häufen. Je mehr ausgebaut wird, umso mehr Abfall wird in der Grenzregion gelagert. Umso gefährlicher wäre ein ernstzunehmender Störfall, der uns alle betreffen würde. Vor allem durch die neuen, jetzt im Bau bzw. in der Planung befindlichen, aber nur in begrenztem Umfang praktisch erprobten SMR-Reaktoren.
Vor diesem Hintergrund wirft die politische Linie von Umwelt-Landesrat Stefan Kaineder Fragen auf: Während er sich öffentlich gegen den Ausbau von Temelín ausspricht (https://www.krone.at/3890773), unterstützt er gleichzeitig die Errichtung der Freileitung von Rainbach nach Rohrbach.
Nach unserer Auffassung würde eine Erdkabellösung eine spätere Nutzung für höhere Übertragungskapazitäten massiv erschweren.
IG Landschaftsschutz Mühlviertel – Rudolf Niederwimmer