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Stromverbrauch in der Zukunft

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Bereits 2014 hatten wir wesentlich mehr Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen. Damals gab es ja auch noch nicht diesen PV-Boom zur Selbstversorgung.

Derzeit verbrauchen wir in Österreich rund 55 TWh im Jahr aus dem Stromnetz (Stand 2025 ltz. Angabe E-Control). Mit Einsetzen des PV-Booms ab 2022 driften Stromverbrauch und Strombezug aus dem Netz stark auseinander.

Der sogenannte „behind the meter“ Strom, also Strom aus PV oder eigenen Kraftwerken, der nicht aus dem Netz bezogen wird, steigt ständig. Wobei die Industrie schon immer sehr viel Strom selbst erzeugt hat.

Die VOEST z.B. nutzt die bei der Roheisenproduktion entstehenden Gase (Gichtgas, Koksgas), um in eigenen Kraftwerken rund 90% des eigenen Strombedarfs zu erzeugen. Auch wenn sich diese Stromerzeugung aus eigenen Gasen durch den Umbau auf elektrische Lichtbogenöfen in den nächsten 10-15 Jahren sukzessive verringern wird, heißt das möglicherweise nicht, dass dieses riesige Gaskraftwerk stillgelegt wird und der enorme Strombedarf aus dem Netz zugekauft werden wird. Es kann durchaus auch sein, dass eben in Zukunft Gas zugekauft wird, um mit dem eigenen bestehenden Gas-zu-Strom-Kraftwerk weiter Strom zu erzeugen.

Ähnlich funktioniert ja auch die Erzeugung des Stroms bei der LINZ AG, den diese aber an ihre Kunden verkauft. In den thermischen Kraftwerken der Linz AG liegt der Anteil von Erdgas an der gesamten Stromerzeugung bei etwa 72 % bis 81 %.

Als Game Changer beim Stromverbrauch der Zukunft kommt das neue Google-Rechenzentrum in Kronstorf ins Spiel. Das Rechenzentrum wird einer der größten einzelnen Stromverbraucher Österreichs. Es könnte einen spürbaren Anteil am gesamten Stromverbrauch des Bundeslands ausmachen.

„Einen maßgeblichen Anteil am steigenden Stromverbrauch Oberösterreichs wird künftig das Rechenzentrum von Google in Kronstorf (Bezirk Linz-Land) haben. Dort wird deutlich mehr Strom verbraucht werden als in allen privaten Haushalten Oberösterreichs. Der Stromverbrauch wird etwa jenem von 900.000 privaten Haushalten pro Jahr entsprechen, so die Einschätzung von Austrian Power Grid (APG). Zum Vergleich: In Oberösterreich gibt es knapp 676.000 Haushalte.“ https://ooe.orf.at/stories/3346531

Die Aussage des BGM von Kronstorf: „Wir vermuten, dass wir bei der Standortentscheidung im Wettbewerb mit 10-12 Ländern gestanden sind“, bedarf eigentlich einer Hinterfragung. https://www.krone.at/3957104

Dass 40 ha beste Ackererde „aus der Produktion“ genommen wird, das ist eine andere Geschichte. Ebenso die Kühlwassereinleitung in die Enns.

Der ideale Standort für dieses Rechenzentrum wäre wohl direkt neben Temelin gewesen. Mit direkt Anbindung an das AKW. Keine Netzgebühren für Google. Kann uns jemand glaubwürdig erklären, warum wir dieses Rechenzentrum so „erfolgreich“ nach OÖ geholt haben?

Ein Schelm, der das Google-Rechenzentrum mit dem Stromtransit aus Temelin in Zusammenhang bringt?

Trotzdem, wir sind nicht die Verhinderer der Mühlviertel-Leitung, auch wenn wir natürlich keinen Strom aus Temelin wollen. Denn das würde nur noch weitere kleine Reaktoren generieren. Es könnte uns sonst leider passieren, dass Temelin wirklich „wirkt“.

IG-Landschaftsschutz Mühlviertel – Rudolf Niederwimmer

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