Strom geht uns alle an. Doch die Diskussion über seine Zukunft ist viel zu politisch. Der Energiesektor steckt inmitten einer industriellen Revolution. So wie die Dampfmaschine die Pferdekraft verdrängt hat, das Auto die Kutsche oder das Smartphone das Handy, stellen heute erneuerbare Energien, Batteriespeicher und Elektroautos weltweit die Märkte auf den Kopf. Nicht nur in Österreich. Dem verschließen wir uns natürlich auch nicht.
Interessant, dass dazu jetzt vom Energieinstitut an der JKU zumindest ein Nachdenken über einen effizienteren Netzausbau auch in Oberösterreich angestoßen wird.
„Stromnetze sind 99 Prozent des Jahres deutlich unter ihrer Auslastungsgrenze. Und nur um die Kapazitätsspitze zu erreichen, müssen wir unglaublich viel Geld investieren.“
„… Würde es uns gelingen, die Lastspitzen nur während der höchsten vier Stunden im Jahr wegzubringen, bräuchten wir 15 Prozent weniger Netzkapazitäten“, meint Uni-Professor Johannes Reichl.
https://www.krone.at/3918475
Rund um den Planeten wird in Sachen Strom nirgends mehr so massiv investiert wie in erneuerbare Energien. Also Strom aus Sonne und Wind, und natürlich Batteriespeicher. Und genau beim und für den Speicherausbau setzt ein Umdenken ein. Zwar noch nicht bei „unseren“ Energieversorgern, die versiegeln immer noch Hochgebirgstäler mittels Teer, um einen Speichersee dicht zu bekommen.
Bayern ächzt zwar auch unter enormen Energiekosten. Aber zumindest beim Netzausbau setzt ein Umdenken ein, um die enormen Kosten sinnvoll in den Griff zu bekommen.
„Der Verteilnetzbetreiber Bayernwerk Netz GmbH hat erklärt, ab Oktober Anschlusszusagen für Großspeicher im Umfang von rund 800 Megawatt zu versenden. Der Fokus liege nun darauf, Bayern zum „Speicherland“ zu machen, so das Unternehmen. Bayernwerk-Chef Egon Leo Westphal fordert, dass vorrangig netzdienliche Speicher ans Netz gehen. Zuvor hatte sich Ministerpräsident Markus Söder beim bayerischen Stromnetzgipfel am 19. September 2025 für eine Beschleunigung und neue Regulation zur Bearbeitung von Speicher-Netzanfragen ausgesprochen.“ https://www.solarserver.de/2025/10/13/bayern-soll-speicherland-werden/
Im Vergleich dazu wird der so „gehypte“ Pumpspeicher Ebensee rund 170 Megawatt Leistung haben. Nachdem Bayern eine rund 8-10-fach höhere Wirtschaftsleistung als OÖ hat, sind die Größenordnungen auch vergleichbar.
Nur, das neue „Zauberwort“ im Energiesektor heißt „netzdienlich“. Netzdienlich bedeutet, dass eine elektrische Anlage (wie ein Stromspeicher, eine PV-Anlage oder ein E-Auto) das Stromnetz durch ihr Verhalten entlastet und stabilisiert. Dies geschieht, indem eine Anlage aktiv auf den Netzzustand reagiert und so beispielsweise Netzengpässe vermeidet, die Netzauslastung optimiert oder das Gleichgewicht zwischen Stromangebot und -nachfrage unterstützt. Beispiele hierfür sind die Verschiebung von Lasten, die Einspeisung von Leistung bei Bedarf oder die Begrenzung der Einspeisung bei Netzüberlastung. Einen wesentlichen Einfluss auf diese „Netzdienlichkeit“ haben vor allem aber auch Speicher. Ein Stromspeicher kann überschüssigen Strom zwischenspeichern und bei Bedarf wieder abgeben, um Spitzenlasten zu reduzieren. Zusätzlich wird die Blackout-Gefahr massiv reduziert.
Der Verbund schreibt zum Thema Groß-Speicher: „Sie (Anm.: Speicher) gleichen diese Schwankungen (Anm.: im Stromnetz) aus und tragen mit netzdienlichen Dienstleistungen zur Stabilität des Verteilnetzes bei. Durch die Integration von erneuerbaren Energien sichern Batteriespeicher nicht nur die Netzstabilität, sondern ermöglichen auch eine kosteneffiziente Nutzung der vorgelagerten Netz- und Umspannungsebenen“.
https://www.verbund.com/de/business/batteriespeicher?
IG Landschaftsschutz Mühlviertel – Rudolf Niederwimmer
