Die Energie AG bejubelt ihre „grüne Batterie“. Gemeint ist damit das im Bau befindliche Pumpspeicherwerk in Ebensee.
https://oesterreichsenergie.at/aktuelles/neuigkeiten/detailseite/leuchttuerme-der-energiewende-gruene-batterie-fuer-oberoesterreich
Interessant ist das Foto in diesem Link allemal. Sogar eine Rohrbacherin jubelt da mit.
Umweltschutz ist in OÖ, so wie man sieht, kein erstrebenswertes Ziel. Ein Hochtal wird geflutet und zerstört. Der Eintrag von feinem Kalkgestein wird den See im Bereich Ebensee wahrscheinlich dauerhaft eintrüben.
Die geplante Speicherkapazität beträgt 1.700 MWh (Megawattstunden), Baukosten 500 Mio. €, „Naturzerstörung in den Kosten bereits enthalten“. Kosten je MWh 294.000 €.
Dieser Pumpspeicher ist ein klassischer Tagesspeicher im Stromsystem: Er gleicht die täglichen Schwankungen zwischen Erzeugung und Verbrauch aus. Bestenfalls zwischen Tag und Nacht. Gleiche Ergebnisse kann auch ein größerer Batteriespeicher liefern.
Wenn die Mühlviertler Windparks ihren Überschussstrom ableiten, fließt dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit nach Ebensee und von dort dann wieder zurück in den Zentralraum, wo eben die großen Stromverbraucher sitzen.
Ca. 5% Energieverlust beim Hin-Transport, ca. 5% Energieverlust beim Rück-Transport (bei Erdkabel wär’s wesentlich weniger) und ca. 20% Verlust im Pumpspeicher. Und schon ist rund ein Drittel der erzeugten Energie physisch einfach weg. Nicht jedoch der Geldwert, denn diese Verluste tragen wir mit dem Netzverlustentgelt auf unserer Stromrechnung.
Beim Geldverdienen tut sich halt ein Monopol-Unternehmen von Politikers-Gnaden, wie die Energie AG, immer leicht. Genauso wie beim Leitungsbau setzt die Energie AG leider auch beim Speicherbau auf veraltete Technik.
„Bedenklich, dass Oberösterreich ausgerechnet in den Zukunftskriterien „technologische Entwicklung“ und „Innovation“ im Vergleich zu ähnlich strukturierten Regionen unterdurchschnittlich abgeschnitten hat.“ Schreiben die OÖ Nachrichten.
https://www.nachrichten.at/politik/landespolitik/die-champions-league-ist-noch-ausser-reichweite;art383,3792620
Christoph Leitl hat mit dem Spruch „Österreich ist abgesandelt“ wohl besonders sein Heimatbundesland im Blick gehabt. Schon zu seinen OÖ-Zeiten hat es sich gerächt, dass man erfolgreiche Politiker gen Wien „ausgewiesen“ hat. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
Wie moderner Speicherbau geht, zeigen z.B. die Burgenländer.
Im Burgenland werden Stromspeicher mit einer Kapazität von 500 MWh dezentral an acht verschiedenen Standorten gebaut. Kosten rund 100 Mio. €. Kosten je MWh 200.000 €. Um rund ein Drittel günstiger als die Pumpspeicherlösung und OHNE Naturzerstörung!
Wie machen das bloß die Burgenländer …
IG-Landschaftsschutz Mühlviertel – Rudolf Niederwimmer