Regelmäßig wird berichtet, dass der Stromverbrauch erheblich ansteigen wird. Zum Beispiel schreibt die Wien Energie auf ihrer Homepage: „Durch steigende Elektrifizierung wird sich der Strombedarf in Österreich laut Prognosen in den nächsten 20 Jahren verdoppeln.“
Allerdings dürfte die bundes- und landeseigene Energiewirtschaft einen wichtigen Aspekt ausblenden. Als würden Handel, Industrie und natürlich auch Private keine weiteren Investitionen in ihre eigene Energieversorgung mehr vornehmen. Und, als würden nicht schon neue Technologien in diesem Bereich „vor der Tür stehen“.
Strom lokal erzeugen – lokal speichern – lokal verbrauchen,
dorthin geht die „Reise“!
Werte entnommen aus https://www.e-control.at/statistik/e-statistik/archiv/betriebsstatistik/2023 (Jänner und Februar 2021 waren Lockdown-Zeiten)

Werte entnommen aus https://www.e-control.at/statistik/e-statistik/archiv/marktstatistik/verbraucherstruktur
Aus obenstehenden Tabellen kann man schon den Trend ablesen. Die vielen PV-Anlagen, die zuerst den Eigenverbrauch decken, haben den Strombezug aus dem Netz bereits stark reduziert.
Dieser Trend richtet sich gegen das Geschäftsmodell der Netzbetreiber. Jetzt wird der überschüssige Strom der Windparks in Niederösterreich und Burgenland zum Pumpspeicherkraftwerk Kaprun (Salzburg) transportiert und dort „geparkt“. Von dort dann bei Bedarf wieder in den Osten Österreichs, denn Wien und deren Umland sind mit großem Abstand der größte Wirtschaftsraum in Österreich (gefolgt von Oberösterreich).
Die enormen Energieverluste auf diesem Hin- und Zurücktransport werden offensichtlich billigend in Kauf genommen. Ablesen können wir das auf unseren Strom-Rechnungen unter der Position „Netzverlustentgelt“.
„Moderne Energie-Großspeicher erzielen bereits einen Wirkungsgrad von 90%, das schafft kein Pumpspeicherwerk“, so Dr. Markus Pöller (unser Experte im UVP-Verfahren). Solche moderne Energie-Großspeicher an den großen Strom-Erzeugungsstellen würden viele neue Leitungen obsolet machen.
Stattdessen wollen unsere amtsführenden Landespolitiker und deren ausführende Unternehmen – die „altbewährten“ Netzbetreiber – mit aller Vehemenz eine Freileitung durch unsere schöne Kulturlandschaft ziehen. Dabei sollen 70 ha Wald geopfert und ohne Bedenken auch wertvoller landwirtschaftlicher Boden versiegelt werden.
IG Landschaftsschutz Mühlviertel – Rudolf Niederwimmer
